Volksbank: Standortsicherung für Eppertshausen bleibt große Herausforderung

Qualifizierte Versorgung gerade in Niedrigzinsphase wichtig – stärkere Einbindung der Mitglieder über Vertreter

Der Mitte 2016 neu formierte Vorstand der Volksbank in Eppertshausen zieht eine positive Zwischenbilanz der von ihm eingeleiteten Maßnahmen: „Unsere Situation hat sich durch die eingeleiteten Maßnahmen verbessert, wir haben jedoch die notwendige betriebswirtschaftliche Stabilität nicht erreicht.“, sagt Vorstandsmitglied Dirk Neiding. Dies zehre auch an der Substanz der Bank: „Und das bei weiter wachsenden Herausforderungen“, betont Neiding. „Bei ihrer Bewältigung wie bei vielen anderen Themen hilft uns die Kooperation mit der Volksbank Dreieich.“

Die gesamte Branche betreffende Stress-Faktoren sind zunehmender Ertragsdruck durch die Niedrigzinsphase, steigende Kosten durch die Regulierungswelle und wachsender Investitionsbedarf durch den Megatrend „Digitalisierung“. Hinzu kommen bei der Volksbank bedingt durch aus der Vergangenheit resultierende bilanzielle Risiken eine unterdurchschnittliche Eigenkapitalquote sowie rückläufige Margen im Kreditgeschäft.

Die Regulierung erschwert laut einer wissenschaftlichen Studie im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken zunehmend ein flächendeckendes Angebot von Finanzdienstleistungen. Demnach besteht die Gefahr, dass bestimmte Leistungen von kleineren Häusern nicht mehr angeboten werden können, von der Wertpapierberatung bis zur Bargeldversorgung. „Unser wichtigstes Ziel muss deshalb die Standortsicherung sein: also eine qualifizierte Versorgung für Eppertshausen“, betont Neiding. „Die ist wichtiger denn je: Trotz negativer Zinsen verfügen wir über eine breite Produktpalette. Unseren Kunden bieten wir auch passende Anlagealternativen zum Tagesgeld - Beratung vor Ort zahlt sich für Sie aus!“

Aufgrund der schnell wachsenden Komplexität des Bankgeschäfts will der Vorstand die Mitglieder verstärkt einbinden: „Unser Ziel ist, noch näher mit ihnen zusammenzuarbeiten. Als Plattform dafür denken wir an die in der genossenschaftlichen Bankenwelt bewährte Einführung von Vertretern der Mitglieder. Das ermöglicht einen wesentlich intensiveren Austausch“, erläutert das Vorstandsmitglied. Ein im März-Mitgliederbrief erfolgter Aufruf an potenzielle Interessenten für diese Aufgabe habe eine rege Resonanz gehabt. „Die notwendigen Weichenstellungen für unsere Bank erfordern ein hohes Maß an Bereitschaft, sich mit den Themen intensiv zu befassen. Wir freuen uns deshalb über das positive Echo aus dem Kreis unserer Eigentümer“, sagt Dirk Neiding.