Standort sichern - Marktchancen nutzen: Volksbanken in Dreieich und Eppertshausen einigen sich auf Eckpunkte für Fusion

Die Vorstände der Volksbanken in Dreieich und Eppertshausen haben sich auf Eckpunkte des Vertrags für die 2018 geplante Verschmelzung geeinigt. Darin wird die Zukunft von Eppertshausen als eigenständiges Beratungscenter unter dem Dach der gemeinsamen Bank geregelt. Ziel der Fusion sind konkrete Mehrwerte für die Mitglieder und Kunden. Auf Basis einer im August abgeschlossenen neuen Kooperationsvereinbarung wird sie weiter vorbereitet.

Eppertshausen wird zukünftig auf Augenhöhe mit den bereits etablierten Beratungscentern an den Standorten früher selbstständiger Banken in Sprendlingen, Dreieich, Dietzenbach und Langen agieren. Besonders attraktiv aus Sicht der Volksbank Dreieich sind die hohe Kundenreichweite und das große Vertrauen, das die Mitglieder den Angeboten der Volksbank Eppertshausen entgegenbringen. „Die Volksbank in Eppertshausen hat ein außergewöhnliches Geschäftsgebiet“, betont Stephan M. Schader, Vorstandsvorsitzender in Dreieich. „Nach einer Fusion können wir gemeinsam zusätzliche Marktpotenziale im Privat- und Firmenkundengeschäft erschließen. Als regional verwurzelte Genossenschaftsbanken bewahren wir das, was uns heute schon auszeichnet - zusammen entwickeln wir unsere Angebote und Leistungen weiter.“

„Die Standortsicherung ist uns im Vorstand und mir ganz persönlich eine Herzensangelegenheit“, zeigt sich Dirk Neiding, Vorstandsmitglied in Eppertshausen zufrieden mit dem Erreichten. „Daran wollte ich mich seit meinem Amtsantritt am 1. Juli 2016 messen lassen. Das ist meine Verantwortung, gegenüber den Mitgliedern, Kunden und Mitarbeitern.“ Eine neue Kooperationsvereinbarung dient dem Ziel der Verschmelzung. Kooperationsfelder zur Vorbereitung der Fusion sind u.a. die Unternehmenssteuerung, das Prozessmanagement, Personalentwicklung und gemeinsame Schulungsveranstaltungen sowie die Umsetzung einer qualitativ hochwertigen genossenschaftlichen Beratung.

Zu den Eckpunkten des Verschmelzungsvertrags gehören die Übernahme aller Mitarbeiter und der vollständige Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. „Alle Ansprechpartner vor Ort bleiben erhalten, sogar mit mehr Kompetenzen und Entscheidungsspielräumen als bisher“, erläutert Jens Prößer aus dem Vorstand der Volksbank Dreieich. „Unter dem Dach der gemeinsamen Bank können sie z.B. im Firmenkundengeschäft Kreditentscheidungen bis zu einem Volumen von 750.000 Euro eigenständig treffen, bei der Baufinanzierung sind es 1,4 Mio. Euro.“ Bisher war für solche Summen in Eppertshausen ein Votum des Gesamtvorstands erforderlich. „Kreditentscheidungen werden zukünftig deutlich schneller getroffen werden können. Außerdem haben unsere schwache Eigenkapitalsituation und geringe Risikotragfähigkeit die Vergabemöglichkeiten eng limitiert“, ergänzt Neiding. Er wird als Regionaldirektor das künftige Beratungscenter leiten. Sein Vorstandskollege Peter Schilling wird zum 30. September 2018 planmäßig in den Ruhestand treten.

Die gemeinsame Bank soll den Namen Volksbank Dreieich tragen und von Schader sowie seinem Kollegen Prößer geführt werden. Im neuen 10-köpfigen Aufsichtsrat wird ein Mitglied aus der Region Eppertshausen vertreten sein – dies soll Peter Bohl, Geschäftsführer aus Eppertshausen sein. Nach der Verschmelzung findet eine Ergänzungswahl zur Vertreterversammlung statt, bei der sie aus ihrer Mitte die Vertreter für Eppertshausen bestimmen können. Für je volle 120 Mitglieder wird dann ein Vertreter gewählt. Derzeit wären dies 32 Vertreter aus Eppertshausen.

Währenddessen kommen die Vorbereitungen für die anstehende Wahl einer Vertreterversammlung für die Volksbank in Eppertshausen gut voran. Der Wahlausschuss hat sich inzwischen konstituiert und die Liste der Wahlvorschläge beschlossen. Die Wahlen sollen bis zum 30. November abgeschlossen sein. Die ordentliche Vertreterversammlung wird dann voraussichtlich 12. April 2018 über die Verschmelzung rückwirkend zum 1. Januar 2018 entscheiden. Erste Workshops für potenzielle Vertreter fanden bereits am 21. und 27. September auf Einladung der beiden Volksbanken statt. Mehr als 60 Interessenten beschäftigten sich mit den Schwerpunkten „Standortsicherung Eppertshausen“ und „Soziale Verantwortung leben“.

„Durch ihre gewählten Vertreter wollen wir auch zukünftig eine enge Einbindung der Mitglieder aus Eppertshausen erreichen“, sagt Jens Prößer. „Unserer dezentralen und auf Eigenständigkeit der Teilmärkte beruhenden Unternehmensstrategie folgend, werden sowohl das Logo der Volksbank in Eppertshausen auf den Briefbögen als auch das Namensschild an der Filiale erhalten bleiben“, informiert Stephan M. Schader. Neben den bereits erwähnten Vorteilen bei Finanzierungsentscheidungen, sehen die Vorstände beider Häuser eine Reihe weiterer Pluspunkte der Fusion: ein Mitgliederbonusprogramm und mehr spezielle Angebote für Mitglieder, längere Öffnungszeiten bzw. die ganzjährige telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr sowie ganz neue Finanzierungsmöglichkeiten für die Vereine durch die Crowdfunding-Plattform der Volksbank Dreieich.

„Unser Motto 'Stark für die Region – nah bei den Menschen' werden wir einlösen“, verspricht Dirk Neiding. „Die Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter werden von den erweiterten Möglichkeiten einer größeren Bank ganz konkret profitieren.“